Die DVD – ein aussterbendes Speichermedium

Verschiedene DVD
Ein ehemals revolutionäres Speichermedium stirbt aus. Bildquelle: Songsak P - 382679995 / Shutterstock.com

In den 1980er und 1990er Jahren kam niemand an den VHS-Kassetten vorbei. Filme oder eigene Aufnahmen nach auf Wunsch in den eigenen vier Wänden gucken, war nur mittels eines Videorekorders möglich. Mit der Entstehung der Compact Disc (CD) und dessen Weiterentwicklung, der Digital Video Disc (DVD), wurde nicht nur der Markt der Speichermedien revolutioniert, auch die Wiedergabe von Filmen veränderte sich grundlegend. Der technische Fortschritt durch die Digitalisierung hat den Markt der Speichermedien und der Film- und Fernsehindustrie erneut bis auf die Grundmauern verändert. Video on Demand – alles zu jeder Zeit an jedem Ort heißt das Stichwort. Droht der DVD daher ein ähnliches Schicksal wie der VHS?

Von der VHS über die DVD bis zur Blu-ray

Als Speichermedium für eigene Filmaufnahme sowie für die Filmindustrie aus Hollywood war die VHS eine elementare Erfindung, die in den 1980er und 1990er Jahren dominierte. Mit der Erfindung der CD und der Weiterentwicklung der Computer veränderte sich die Welt der VHS – sie war überholt. CDs waren kleiner und handlicher und besaßen einen höheren Speicherplatz. Außerdem konnten sie nicht nur Filmaufnahmen speichern, sondern jegliche Art von Dateien.

Der rasante technische Fortschritt im Sektor der Computertechnik verlangte allerdings nach deutlich mehr Speicherplatz, sowohl auf den internen Festplatten als auch auf mobilen Speicherträgern wie der CD. Die DVD konnte diesen Platz ausfüllen. Immerhin konnte sie statt einem Speicherplatz von rund 79min/700 Megabyte (MB) wie bei der CD ein Datenfassungsvermögen von mindestens 4,38 Gigabyte (GB), je nach Modell sogar bis zu 15,84 GB bei den Dual Layer Formaten aufweisen.

Der weltweite Absatz der VHS ging stetig zurück, während die DVD bezüglich der Verkaufszahlen zwischen den Jahren 2005 und 2011 ihren Höhepunkt erreicht hatte. Mit dem Markteinstieg der Blu-ray Disc, einem digitalen optischen Speichermedium mit Kapazitäten bis zu 128 GB, welches sich besonders für die Wiedergabe von hochauflösenden Dateien (beispielsweise Filme) eignet, begann auch der sukzessive Abstieg der DVD.

Zwar profitierte die DVD von den speziell zu den Anfangszeiten extrem teuren Preisen einer Blu-ray, doch die Möglichkeiten in der Wiedergabe und der Datenspeicherung übertreffen die der DVD deutlich. Einen jahrelangen Höhenflug, wie es bei der DVD der Fall war, kann die Blu-ray aber bis zum heutigen Tage nicht verzeichnen.

Streaming-Dienste bieten Revolution

Der DVD droht ebenso wie der VHS der Tod durch Aussterben. Die Verkaufszahlen sinken von Jahr zu Jahr massiv und DVD-Player befinden sich kaum noch in den deutschen Wohnzimmern. Im Zeitalter der Digitalisierung, welche in riesigen Schritten voranschreitet, hat die DVD mit über 20 Jahren Betrieb dennoch eine Ära geprägt. Doch ihr Untergang wurde spätestens mit der Entstehung der Streaming-Dienste eingeleitet.

Die Streaming-Dienste besitzen viele Vorteile, vor allen Dingen sind sie aber perfekt abgestimmt auf das sich verändernde Sehverhalten der potentiellen Kunden. Eine immer schnelllebiger werdende Welt verlangt auch nach einer effektiveren Zeitgestaltung. Time-Management ist selbst in den Freizeit- und Erholungsphasen von immer größerer Bedeutung. Anbieter wie Netflix oder Amazon prime stoßen genau in diese Lücke. Während TV-Sender feste Programme haben und mit Werbepausen die Gemüter der Zuschauer quälen, nutzen Streaming-Dienste das Prinzip Video on Demand.

Video on Demand – Die Vorteile von Streaming-Diensten

Volle Flexibilität, Unabhängigkeit und pure Individualität des TV-Programms – Streaming-Dienste haben den Film- und Fernsehmarkt revolutioniert und sind trotz erst kurzzeitigem Bestehen auf dem alles überrollenden Vormarsch. Das Prinzip Video on Demand, also zu jeder Zeit, an jedem Ort, ein gigantisches Film-, Serien- und Unterhaltungsangebot anzubieten, welches der Zuschauer vollständig nach individuellen Interessen und Vorlieben nutzen kann, wird von verschiedenen Streaming-Diensten angeboten. Zu den bekanntesten gehören:

  • Netflix
  • Amazon prime
  • Maxdome
  • Sky

Die flexible Verfügbarkeit und das schier unendlich große Angebot locken bereits rund ein Viertel der Deutschen als Nutzer an und das obwohl die Streaming-Dienste erst seit einigen Jahren existieren. Die Aussichten in den nächsten Jahren sprechen für einen weiteren steilen Anstieg. Das liegt unter anderem an den besser werdenden und breiter sowie individueller gefächerten Angeboten. Schon heute können die Nutzer ihren Tarif nach ihrem individuellen Interesse Zusammenstellen. Sport-, Film- oder Serienpakete lassen sich beliebig kombinieren. Die Streaming-Dienste halten aber noch weitere Vorteile für die Nutzer bereit:

  • Preise einzelner Abos sind fair gestaltet
  • Volle Flexibilität und Unabhängigkeit in der Film- und Zeitauswahl
  • Filme können jederzeit angehalten oder neu gestartet werden
  • Auch von mobilen Endgeräten aus kann auf entsprechende Dienste zugegriffen werden
  • Das gigantische Angebot wird ständig aktualisiert und erweitert
  • Informative Übersicht über Inhalte von Filmen und Serien in der jeweiligen Bibliothek des Anbieters

Lieblingsfilme archivieren – aber nicht auf DVD

Zahlreiche Menschen verabschieden sich aufgrund der neuen Möglichkeiten im Bereich des Film- und Serienangebots langsam von ihrem DVD-Regal. Physikalische Speichermedien haben in digitalen Zeiten höchstens noch einen emotionalen oder einen Sammlerwert. Video-on-Demand-Dienste (VoD) und Streamingplattformen verdrängen klassische Medienträger und sorgen für einen spürbaren Rückgang des DVD-Absatzes auch in Deutschland. Wer seine Lieblings-DVDs jedoch archivieren möchte, kann dies besipielsweise auf einer Festplatte mit viel Speicherplatz oder auch in der Cloud machen. Allerdings ist dafür eine Konvertierung von DVD in MP4 notwendig.

Trotz dieser Entwicklung wird es mittel bis langfristig, wenn auch nur für Sammler und Liebhaber, weiter physikalische Filme auch in Form einer DVD geben. Wie lange dieser Zustand allerdings noch anhält, bleibt schwer vorauszusagen. Die breite Masse wird jedoch auf Video on Demand und Streaming Diensten zurückgreifen. Die DVD hat eine Äre geprägt, aber sie hat auch ein Ablaufdatum. Ebenso wie es vielleicht in 20 Jahren mit den Streaming-Diensten der Fall sein wird.

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