Facebook-Gruppen erstellen: alles über Einstellungen, Rechteverteilung und mehr

Viele menschliche Profilbilder zusammengebunden zum Facebook-Like
Facebook-Gruppen werden immer beliebter. Nur leider lässt das Netzwerk nur wenige Einstellungen zu. Bildquelle: ©grafikplusfoto / fotolia.com

Facebook ist ohne Zweifel das beliebteste Social Network der Welt. Unternehmen wie Privatpersonen nutzen das Netzwerk, und nicht nur, um sich miteinander zu vernetzen und Inhalte zu teilen, sondern auch aus dem Grund, um an Diskussionen in Facebook-Gruppen teilzunehmen. Mehr und mehr verlagert sich der Diskussionsschwerpunkt von der öffentlichen Chronik in eben jene private Facebook-Gruppen. Doch gerade hier offenbart das Netzwerk Schwächen. Wir zeigen Euch, wie Ihr trotzdem den Überblick behaltet, wenn Ihr als Adminstrator einer Facebook-Gruppe fungiert.

Facebook-Seiten oder Facebook-Gruppen? – Was ist die bessere Community-Plattform?

Möchte man bei Facebook gerne eine eigene Community gründen, so muss man zwangsläufig die Entscheidung treffen, ob man dies über eine eigene Facebook-Seite, die sogenannte „Page“, macht oder doch eine Gruppe erstellt. Dies ist gerade für Unternehmen ein großes Problem gewesen – und ein riesiges Ärgernis.

Denn auf Seiten haben vor allen Dingen Marketing-Vorhaben eine geeignete Plattform gefunden. Hier lassen sich beispielsweise neue Waren promoten oder die nächsten Events und deren Orte und Locations mit den Fans teilen. Für eine direkte Kommunikation mit- und untereinander eignen sich Facebook-Gruppen aber besser. Auf Seiten können die Abonnenten lediglich über die Kommentarfunktionen miteinander kommunizieren und diskutieren.

Nun soll sich dies aber ändern. Auf der Entwicklerkonferenz F8 im April dieses Jahres gab Facebook bekannt, dass es zukünftig für Seiten-Administratoren möglich sein soll, Gruppen auf ihren Seiten anzulegen. Der Betatest ist auf US-amerikanischen Facebook-Pages bereits am Laufen und soll schon bald den Sprung auf die europäische Seite schaffen.

Ein Manko gibt es dann aber doch: Bereits erstellte Facebook-Gruppen lassen sich von Seitenbetreibern nicht in bereits bestehende Facebook-Seiten integrieren. Hier wird man die Gruppen also auflösen und neu gründen müssen. Vielleicht wird Facebook aber auch in diesem Punkt noch Abhilfe schaffen.

Facebook-Gruppen erstellen: Schritt für Schritt

Facebook-Gruppen erstellen kann und darf jeder. Allerdings sollte man einige Einstellungen beachten. Insgesamt bietet das soziale Netzwerk seinen Nutzern drei unterschiedliche Privatsphäreoptionen an:

  • In „geschlossenen“ Gruppen sind alle Mitglieder öffentlich einsehbar, nicht aber deren Posts. Zudem muss ein Antrag an den Gruppen-Administrator gestellt werden, möchte man in die Gruppe aufgenommen werden. Dieser kann zustimmen oder ablehnen.
  • Die etwas abgespeckte Variante sind „öffentliche“ Gruppen. Hier gibt es förmlich keine Restriktionen. Jeder Facebook-Nutzer kann der Gruppe ohne Anfrage beitreten. Beiträge können öffentlich eingesehen werden und alle Mitglieder sind jederzeit sichtbar.
  • Die Variante mit der höchsten Kontrollstufe sind „geheime“ Gruppen. In diese können nur Mitglieder aufgenommen werden, die von einem Administrator zuvor eingeladen wurden. Zudem ist sie nicht durch die öffentliche Suche auffindbar, wodurch auch ihre Mitglieder für andere Facebook-Nutzer unerkannt bleiben.

Um eine Facebook-Gruppe erstellen zu können, ist es notwendig, links im Menü auf „Gruppe“ zu klicken. Danach öffnet sich für gewöhnlich ein Pop-up-Fenster, in dem dann der Gruppenname festgelegt werden kann. Wichtig: Bloß keine Markennamen verwenden. Dies kann im Ernstfall zu Urheberrechtsverletzungen führen. Aber glücklicherweise ist es möglich, den Namen später noch zu ändern.

Facebook-Gruppe erstellen
Bild: Über das Pop-up-Fenster lassen sich die ersten Einstellungen vornehmen. Bildquelle: facebook.com

Zudem ist es möglich, erste Einladungen zu verschicken. Und natürlich wird auch zu Anfang bereits festgelegt, ob es sich um eine geschlossene, öffentliche oder geheime Gruppe handeln soll.

Ist die Gruppe erstellt, sollte man sich erst einmal um einige grundlegende Einstellungen kümmern. Dies ist logischerweise unter dem Menüpunkt „Gruppeneinstellungen bearbeiten“ möglich. Hier kann dem sozialen Netzwerk unter anderem mitgeteilt werden, welches Thema die Gruppe besitzt und wer zur Zielgruppe gehört.

Zudem lässt sich auch eine „Kauf und Verkauf“-Gruppe erstellen. Wird dies ausgewählt, so ist es jedem Mitglied möglich, seinen Postings Artikelbeschreibungen, Verkaufspreise und gegebenenfalls ein Abholort anzufügen.

Mitglieder finden – und zwar die richtigen

Das größte Problem vieler Facebook-Gruppen ist es, dass sie zwar gefunden werden, die Einstiegshürden aber nicht sonderlich groß sind. Einige Facebook-Nutzer stoßen manchmal zufällig auf griffige Gruppen und treten bei. Stören dann aber nachhaltig mit Off-Topic-Postings. Dies nervt wiederum andere Mitglieder, die als Folge aus der Gruppe austreten.

Und dies möchte man natürlich nicht. Um dies zu vermeiden, sollte man versuchen, die Gruppeninhalte in der „Gruppenbeschreibung“ möglichst präzise zu formulieren und sich bemühen, die Gruppe mit sinnvollen Tags zu versehen. Fünf Stück lassen sich hier auswählen, was genügen sollte, um von den richtigen Menschen gefunden zu werden.

Um unerwünschte Störenfriede von vornherein aus der Gruppe auszuschließen, hat Facebook erst kürzlich einige hilfreiche Funktionen freigeschaltet. Eine zugegeben bereits etwas ältere Funktion ist die Möglichkeit, die Option „Bestätigung von Mitgliedern“ zu ändern. Ist dies nämlich aktiviert, so ist es allen Gruppen-Mitgliedern möglich, Anfragen zum Gruppenbeitritt zu bejahen. Und dies möchte man im Regelfall nicht. Das sollte eigentlich der Gruppen-Administrator machen.

Die neue Funktion findet sich unter dem Schlagwort „Mitgliedschaftsanfragen“. Hier lassen sich bis zu drei Fragen konzipieren, die designierte Mitglieder vorab beantworten müssen, um in die Gruppe aufgenommen zu werden. Durch diesen Vorfilter ist es dann relativ einfach möglich, gewinnbringende Nutzer von potentiellen Störenfrieden zu unterscheiden.

Trotzalledem weiß aber natürlich jeder erfahrene Facebook-Administrator, dass man jede Anfrage auch einmal persönlich prüfen sollte. Bei Personen, die schlecht vernetzt sind, ihr Profil erst kürzlich erstellt haben, die kein Foto besitzen oder durch ihre Postings bereits verdächtig erscheinen, sollte lieber gleich ein Nein zum Gruppenbeitritt erfolgen.

Die Macht der Administratoren von Facebook-Gruppen

Was Administratoren selbst übernehmen und welche Aufgaben sie an erfahrene und zuverlässige Mitglieder der Gruppe delegieren, das bleibt ihnen immer selbst überlassen. Administratoren jedenfalls wird ein ganzes Werkzeug-Sammelsurium zur Verfügung gestellt, mit dem sie sich zum Gruppenherrscher machen können.

Dies betrifft beispielsweise die Möglichkeit, Posting-Einstellungen zu verändern. Wer wirklich auf Nummer sicher gehen möchte, dass nur „korrekte“ Inhalte in der Gruppe veröffentlicht werden, der kann festlegen, dass jeder Post vor der Veröffentlichung vom Administrator genehmigt werden muss. Gerade bei großen Gruppen mit regem Interesse und hoher Aktivität dürfte dies dann aber schnell zum Fulltime-Job werden. Glücklich darf sich derjenige schätzen, der hierfür einen Social-Media-Manager sein Eigen nennt.

Natürlich ist es auch möglich, einzele Beiträge zu löschen. Hier gilt aber Vorsicht: In solchen Fällen werden auch alle Kommentare entfernt, was dem einen oder anderen Mitglied der Facebook-Gruppe am Ende übel aufstoßen könnte. Wer sich allerdings gar nicht benimmmt und die Gruppenregeln missachtet, der hat es natürlich nicht anders verdient und kann vom Administrator für eine bestimmte Zeit gesperrt oder sogar ganz aus der Gruppe entfernt werden. Dies sollte aber natürlich nur das letzte aller Mittel sein.

Macht abgeben und überleben: Die meisten Facebook-Gruppen existieren nicht lange

Wer seinen Facebook-Gruppen eine hohe Bedeutung zumisst, der sollte sich auch bemühen, die User Experience hoch zu halten. Leider gelingt dies nur in den seltensten Fällen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2014 an der Carnegie Mellon University kam zu dem Ergebnis, dass lediglich 43 Prozent aller neu gegründeten Facebook-Gruppen länger als drei Monate bestehen.

Grund hierfür sei vor allem die Unzufriedenheit der Mitglieder, was wiederum mit der Engstirnigkeit so mancher Administratoren zu tun hat, die nicht bereit sind, Verantwortung und Kompetenzen an andere Mitglieder zu delegieren. Dies ist aber zwingend notwendig. Denn wenn Mitgliedschaftsanfragen erst nach Wochen beantwortet, Posts erst nach Tagen freigeschaltet werden, dann sind Sinn und Zweck der Gruppe gleich dahin.

Obwohl in diesem Punkt auch Facebook selbst seine Gruppen-Administratoren nicht sonderlich unterstützt. Diese haben nämlich lediglich die Möglichkeit, zwei Rollen an andere zu verteilen: Sie können Mitglieder zu Gruppen-Moderatoren oder auch zu Administratoren machen. Da letztere die Möglichkeit besitzen, jeden aus der Gruppe zu werfen, unter anderem auch den Gruppengründer, werden nur wenige zu Administratoren befördert.

Moderatoren gibt es stattdessen schon häufiger. Diese können Mitglieder entfernen, Postings löschen usw. Lediglich Zugriff auf die Gruppeneinstellungen besitzen sie nicht. Sollen Gruppen-Mitgliedern neue Rollen zugewiesen werden, so ist dies ganz einfach über das Kontextmenü möglich. Schön wäre es, wenn es zukünftig auch einen eigenen Bereich für Gruppen-Mitglieder mit erweiterten Rechten geben würde, in dem sie sich austauschen können, was zum Beispiel mit widerspenstigen Mitgliedern geschehen soll.

Bislang fehlt dies allerdings und Administratoren und Moderatoren müssen eigens dafür eine eigene Gruppe gründen. Verglichen mit anderer Community-Software lassen die Funktionen der Facebook-Gruppen natürlich noch zu wünschen übrig. Auch die Tatsache, dass es einzig und allein vom Facebook-Algorithmus abhängt, welche Mitglieder-Posts auf ihrer Chronik erscheinen, stört viele. Themen und Unterthemen können auch nicht definiert werden, Suchfunktionen fehlen ebenfalls, sodass sich Moderatoren oft durch Postings und Kommentare wühlen müssen. Noch besteht also Nachholbedarf – sogar bei Facebook.

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